Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung (Endodontie) entfernt das entzündete oder abgestorbene Zahnmark (Pulpa) aus dem Inneren des Zahns. Die Wurzelkanäle werden gereinigt, desinfiziert und dicht verschlossen. Ziel ist, den eigenen Zahn zu erhalten, statt ihn zu ziehen.

Dauer
60–90 Min. pro Sitzung
Sitzungen
1 bis 3
Betäubung
Lokal, schmerzfrei

Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?

Wenn Bakterien – meist durch tiefe Karies, einen Riss, eine undichte Füllung oder eine Verletzung – bis zum Zahnnerv vordringen, entzündet sich das Zahnmark (Pulpitis). Ohne Behandlung stirbt der Nerv ab, und die Entzündung breitet sich über die Wurzelspitze in den Kieferknochen aus. Dort kann sich ein Abszess oder eine Zyste bilden.

Welche Symptome deuten darauf hin?

Anhaltende, pochende oder nächtliche Zahnschmerzen, starke Empfindlichkeit auf Hitze oder Kälte, die nach dem Reiz anhält, Schmerzen beim Aufbeissen, eine Schwellung am Zahnfleisch oder ein dunkler verfärbter Zahn. Manchmal fehlen Beschwerden ganz, und die Entzündung wird nur auf dem Röntgenbild entdeckt.

Wie läuft eine Wurzelbehandlung ab?

Nach der lokalen Betäubung wird der Zahn geöffnet. Das entzündete Gewebe wird entfernt, die Kanäle werden vermessen, mit feinen Instrumenten aufbereitet und mehrfach gespült. In unserer Klinik unterstützen Laser und selbstadaptierende Feilen (SAF), die sich der natürlichen Kanalform anpassen, die Desinfektion. Anschliessend werden die Kanäle bakteriendicht mit einem Füllmaterial verschlossen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Eine Sitzung dauert je nach Zahn und Anzahl der Kanäle etwa 60 bis 90 Minuten. Frontzähne haben meist einen Kanal, Backenzähne drei oder vier. Bei starker Entzündung wird zunächst eine medikamentöse Einlage gelegt und der Zahn in einer zweiten oder dritten Sitzung endgültig gefüllt.

Was kommt nach der Wurzelbehandlung?

Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder als ein vitaler Zahn und kann daher leichter brechen. Seitenzähne werden deshalb meist mit einer Krone oder Teilkrone stabilisiert, damit sie der Kaubelastung langfristig standhalten. Nach etwa sechs Monaten kontrolliert ein Röntgenbild, ob die Entzündung im Knochen ausgeheilt ist.

Welche Alternativen gibt es?

Die einzige Alternative zur Wurzelbehandlung ist das Ziehen des Zahns. Die Lücke müsste dann mit einem Implantat, einer Brücke oder einer Prothese geschlossen werden. Ein wurzelbehandelter toter Zahn hat generell eine schlechtere Prognose als ein vitaler gesunder Zahn: Statistisch gehen tote Zähne nach durchschnittlich circa 15 Jahren verloren. Bei einer erneuten Entzündung nach Jahren kann eine Wurzelbehandlung wiederholt (Revision) oder die Wurzelspitze chirurgisch entfernt werden (Wurzelspitzenresektion).

Häufige Fragen zu Wurzelbehandlung

Dank lokaler Betäubung ist die Behandlung in der Regel schmerzfrei. Ein leichtes Druckgefühl in den Tagen danach ist normal und klingt meist rasch ab.

Bei sorgfältiger Behandlung und anschliessender Versorgung mit einer Krone kann der Zahn viele Jahre bis Jahrzehnte erhalten bleiben.

Bis die Betäubung abgeklungen ist, sollte man nicht kauen. Danach ist vorsichtiges Kauen auf der anderen Seite sinnvoll, bis der Zahn endgültig versorgt ist.

Frontzähne mit wenig Substanzverlust kommen oft mit einer Füllung aus. Backenzähne sollten wegen der hohen Kaukräfte in der Regel überkront werden.

Die Kosten hängen von der Anzahl der Kanäle und dem Aufwand ab. Sie erhalten vorab einen transparenten Kostenplan; die Behandlung ist in der Regel günstiger als Zahnentfernung plus Ersatz.

Selten – etwa bei sehr gekrümmten oder verkalkten Kanälen. Dann ist nur noch eine Wurzelspitzenresektion möglich oder die Extraktion des Zahns nötig.

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