Periimplantitis
Eine Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat. Sie ähnelt der Parodontitis am natürlichen Zahn: Bakterien setzen sich am Implantathals fest, das Zahnfleisch entzündet sich, und ohne Behandlung kann es zum Abbau von Knochen um das Implantat kommen. Unentdeckt kann es zum Verlust des Implantats kommen.
Eine Periimplantitis ist selten und unter bestimmten Bedingungen so gut wie ausgeschlossen. Das Tückische ist allerdings, dass die Periimplantitis wie auch die Parodontitis ohne Symptome verlaufen kann. Auch deshalb ist die Kontrolle alle 6 Monate empfohlen und Bedingung für die von uns gewährte 10-jährige Garantie.
Wie entsteht eine Periimplantitis?
Am Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch sammeln sich Bakterien genauso wie an einem natürlichen Zahn. Werden diese Beläge nicht gründlich entfernt, entzündet sich zuerst nur das Zahnfleisch rund um das Implantat. In diesem frühen Stadium lässt sich die Entzündung mit einer gründlichen Reinigung in der Regel beseitigen. Bleibt sie bestehen, greift sie auf den Knochen über, der das Implantat trägt. Dann spricht man von Periimplantitis.
Woran Sie eine Periimplantitis erkennen
Typische Warnzeichen sind Zahnfleischbluten am Implantat beim Putzen, ein gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Eiter oder ein unangenehmer Geschmack sowie Mundgeruch. Zieht sich das Zahnfleisch zurück, kann der Implantathals sichtbar werden. Eine Lockerung des Implantats tritt erst spät auf.
Wichtig: Eine Periimplantitis tut oft lange nicht weh. Deshalb ist die regelmässige Kontrolle so wichtig, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
Wer besonders gefährdet ist
Starkes Rauchen, eine unbehandelte Parodontitis, ein schlecht eingestellter Diabetes und ein Mangel an Vitamin D erhöhen das Risiko deutlich. Ebenso eine unzureichende Pflege der Zahnzwischenräume und ausbleibende Nachkontrollen. Wer früher an Parodontitis erkrankt war, sollte seine Implantate besonders konsequent kontrollieren lassen.
Wie eine Periimplantitis behandelt wird
Bei einer bestehenden Periimplantitis ist eine eigene, auf das Implantat abgestimmte Behandlung nötig. Grundlage ist die gründliche Reinigung und Desinfektion der Implantatoberfläche und der Zahnfleischtasche, bei uns auch mit dem Laser. Ist bereits Knochen verloren gegangen, lässt sich der Bereich in einem kleinen chirurgischen Eingriff unter Sicht reinigen und gegebenenfalls mit einem Knochenaufbau wiederherstellen.
Ist der Knochenabbau zu weit fortgeschritten, wird das Implantat entfernt. Nach der Ausheilung kann ein neues Implantat gesetzt werden. In solchen Fällen kann ein anderer Implantattyp oder ein Keramikimplantat die richtige Lösung sein.
So beugen Sie vor
Implantate werden gepflegt wie die eigenen natürlichen Zähne auch: zweimal täglich putzen, dazu Zahnzwischenraumbürsten, damit sich am Implantathals keine Entzündung bildet. Entscheidend ist die regelmässige Dentalhygiene. Ein Implantat wird dabei genauso gereinigt wie die übrigen Zähne, und bei jeder Zahnreinigung wird geprüft, dass sich keine Periimplantitis entwickelt hat.
Deshalb ist die halbjährliche Kontrolle mit Dentalhygiene bei uns auch Voraussetzung für die 10 Jahre Garantie auf Implantate.
Spielt das Material des Implantats eine Rolle?
Entscheidend für ein gesundes Implantat sind Planung, Chirurgie und Pflege, nicht das Material allein. Beide Materialien haben verschiedene Vorzüge. Die keramische Oberfläche von Zirkonimplantaten kann ein Vorteil für das Zahnfleisch sein.
Häufige Fragen zur Periimplantitis
Ist Periimplantitis heilbar?
Im frühen Stadium, solange nur das Zahnfleisch entzündet ist, beruhigt sich die Entzündung mit gründlicher Reinigung in der Regel wieder. Ist bereits Knochen verloren gegangen, lässt sich die Entzündung stoppen. Verlorener Knochen wächst aber nicht immer von selbst nach.
Tut eine Periimplantitis weh?
Oft lange nicht. Darum ist die regelmässige Kontrolle so wichtig: Bei jeder Dentalhygiene prüfen wir, ob sich am Implantat eine Entzündung entwickelt.
Wird ein Implantat bei der Dentalhygiene anders gereinigt?
Nein, es wird genauso gereinigt wie die übrigen Zähne. Nur bei einer bestehenden Periimplantitis gibt es eine abweichende, spezifische Behandlung. Bei jeder Zahnreinigung wird jedoch ausgeschlossen, dass sich eine Periimplantitis entwickelt hat.
Wie oft geht ein Implantat verloren?
Selten. In weniger als 5 Prozent aller Fälle kann ein Implantat den Halt verlieren, wenn es nicht einheilt oder sich das umliegende Gewebe entzündet.
Kann ein Implantat nach einer Periimplantitis ersetzt werden?
Ja. Muss ein Implantat entfernt werden, kann nach der Ausheilung und gegebenenfalls einem Knochenaufbau ein neues gesetzt werden. In solchen Fällen kann ein anderer Implantattyp oder ein Keramikimplantat die richtige Lösung sein.
Zahlt die obligatorische Krankenversicherung die Behandlung?
Die Grundversicherung übernimmt Zahnbehandlungen in der Schweiz nur in eng definierten Ausnahmefällen. Zahnzusatzversicherungen beteiligen sich je nach Vertrag anteilig.
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