Karies
Karies (Zahnfäule) ist die Zerstörung der Zahnhartsubstanz durch Säuren. Bakterien im Zahnbelag wandeln Zucker aus der Nahrung in Säure um, die dem Zahnschmelz Mineralien entzieht. Zunächst entstehen weisse Flecken, später ein Loch, das bis zum Zahnnerv vordringen kann. Karies ist weltweit die häufigste chronische Erkrankung.
Wie entsteht Karies?
Vier Faktoren müssen zusammenkommen: Bakterien im Zahnbelag, Zucker oder Stärke als Nahrung für die Bakterien, Zeit, in der die Säure auf den Zahn wirkt – und ein Wirt: der Mensch mit seiner individuellen Anfälligkeit. Nach jeder Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Mund für etwa 30 Minuten – der Speichel braucht diese Zeit, um die Säure zu neutralisieren und den Schmelz zu remineralisieren. Häufige Zwischenmahlzeiten und süsse Getränke unterbrechen diese Reparatur ständig.
Wo entsteht Karies am häufigsten?
Besonders gefährdet sind Stellen, die bei mangelhafter Mundhygiene nicht erreicht werden: Zahnzwischenräume, die tiefen Fissuren der Backenzähne, Kronen- und Füllungsränder und freiliegende Zahnhälse bei zurückgegangenem Zahnfleisch (Wurzelkaries, vor allem im Alter). Bei Kleinkindern ist die «Nuckelflaschenkaries» durch zuckerhaltige Getränke typisch.
Welche Stadien gibt es?
Im Anfangsstadium (Initialkaries) zeigt sich ein kreidig-weisser Fleck – diese Entkalkung ist teilweise bis vollständig reversibel – durch Optimierung der eigenen Mundhygiene und unsere Dentalhygiene. Dringt die Karies durch den Schmelz ins weichere Dentin, entsteht ein Loch, das gefüllt werden muss. Erreicht sie das Zahnmark, kommt es zu Schmerzen – dann droht eine Wurzelbehandlung, die wir vermeiden möchten.
Woran erkennt man Karies?
Karies verursacht lange keine Beschwerden. Erste Zeichen sind weisse oder bräunliche Flecken, Empfindlichkeit auf Süsses, Kaltes oder Warmes, ein rauer Rand, den die Zunge spürt, oder Speisereste, die sich immer an derselben Stelle verfangen. Zwischen den Zähnen ist Karies oft nur auf Röntgenbildern (Bissflügelaufnahmen) erkennbar – deshalb ist die regelmässige Kontrolle so wichtig.
Wie wird Karies behandelt?
Bei beginnender Karies genügen oft eine Optimierung der Mundhygiene und eine Ernährungsumstellung. Bei einem Loch wird die erkrankte Substanz entfernt und der Zahn mit einer zahnfarbenen Füllung (Composite) oder – bei grösseren Defekten – mit einem Inlay, einer Teilkrone oder einer Krone versorgt. Ist der Nerv betroffen, folgt eine Wurzelbehandlung. Auf Wunsch behandeln wir Angstpatienten unter Lachgas.
Wie beugt man Karies vor?
Zweimal täglich gründlich putzen, Zahnzwischenräume täglich reinigen, Zucker und säurehaltige Getränke reduzieren, zwischen den Mahlzeiten nur Wasser trinken. Wir raten zu effektiveren Massnahmen als Fluorid: eine Anpassung der Ernährungsweise und bestimmte Mikronährstoffe (Supplemente), unter anderem Vitamin D. Die halbjährliche Kontrolle mit Dentalhygiene und bei Kindern die Versiegelung der Backenzahn-Fissuren senken das Risiko deutlich.
Häufige Fragen zu Karies
Ist Karies ansteckend?
Die Kariesbakterien werden über Speichel übertragen, etwa von Eltern auf Kleinkinder. Ob Karies entsteht, hängt aber von Ernährung und Mundhygiene ab.
Geht Karies von alleine weg?
Nur im allerersten Stadium (weisser Fleck) kann sich der Schmelz durch optimierte Mundhygiene und Dentalhygiene wieder mineralisieren. Ein Loch heilt nicht von selbst und wird ohne Behandlung grösser.
Warum tut Karies nicht weh?
Der Zahnschmelz hat keine Nerven. Schmerzen treten erst auf, wenn die Karies das Dentin oder den Zahnnerv erreicht – dann ist der Schaden bereits gross.
Wie schnell schreitet Karies voran?
Bei Erwachsenen meist über Monate bis Jahre, bei Kindern und an Wurzeloberflächen deutlich schneller. Das Tempo hängt von Ernährung, Speichel und Pflege ab.
Empfehlen Sie Fluorid?
Fluorid setzen wir nur auf Wunsch ein. Wir raten zu effektiveren Massnahmen: eine Anpassung der Ernährungsweise und bestimmte Mikronährstoffe (Supplemente), unter anderem Vitamin D.
Bekommt man von Zucker automatisch Karies?
Entscheidend ist weniger die Menge als die Häufigkeit: Ständiges Naschen und Nippen an süssen Getränken ist schädlicher als ein Dessert nach der Mahlzeit.
Verwandte Begriffe
Kontrolle, Zahnerhalt und Füllungen in Basel
Mehr zu dieser Behandlung in unserer Zahnklinik in Basel – Ablauf, Vorteile und Beratung.
Wurzelbehandlung in Basel
Mehr zu dieser Behandlung in unserer Zahnklinik in Basel – Ablauf, Vorteile und Beratung.