Knirscherschiene

Eine Knirscherschiene ist eine individuell angefertigte Schiene aus Kunststoff, die nachts über die Zähne gesetzt wird. Sie verhindert nicht das Knirschen selbst – das geschieht unbewusst im Schlaf – sondern nimmt die Kräfte auf, die dabei entstehen. Abgerieben wird dann die Schiene und nicht der Zahnschmelz. Fachlich heisst sie Okklusionsschiene oder Aufbissschiene.

Getragen
Nachts
Angefertigt
Nach 3D-Scan
Schützt
Zähne, Füllungen, Kronen, Kaumuskulatur

Was eine Knirscherschiene leistet

Beim Zähneknirschen wirken Kräfte, die weit über dem liegen, was beim Kauen entsteht – und das über Stunden. Die Folgen sieht man an flachen Kauflächen, abgesplitterten Schmelzrändern, empfindlichen Zähnen und gesprungenen Füllungen.

Die Schiene legt sich zwischen Ober- und Unterkiefer und verteilt diese Kräfte gleichmässig. Sie schützt damit nicht nur die eigenen Zähne, sondern auch alles, was daran gearbeitet wurde: Füllungen, Kronen, Veneers und Implantatversorgungen. Wir fertigen Schienen an, die sich von den klassischen Schienen unterscheiden und sogar für eine Entspannung der Kaumuskulatur sorgen.

Woran Sie merken, dass Sie knirschen

Die meisten Betroffenen wissen es nicht von sich selbst, sondern erfahren es vom Partner oder in der Praxis. Typische Hinweise sind morgendliche Verspannungen im Kiefer, Druckgefühl vor dem Ohr, Kopfschmerzen beim Aufwachen bis hin zur Migräne, empfindliche Zähne ohne Karies und ein Abdruck der Zahnreihen an der Wangeninnenseite.

In der Untersuchung lässt sich das bestätigen: Abrasionsflächen auf den Kauflächen und an den Frontzähnen zeigen, wo und in welcher Richtung gerieben wird – und wie weit der Abbau fortgeschritten ist.

Welche Arten es gibt

Harte Schiene aus Kunststoff: die übliche Ausführung. Sie ist formstabil, lässt sich präzise auf den Biss einstellen und hält der Belastung über Jahre stand.

Weiche Schiene: angenehmer zu tragen, aber weniger haltbar – und bei manchen Menschen regt das weiche Material die Kaumuskulatur zusätzlich an. Sie kommt vor allem kurzfristig oder bei besonderen Situationen zum Einsatz.

Ober- oder Unterkiefer: Beides ist möglich. Üblich ist die Schiene im Oberkiefer; im Unterkiefer wird sie von vielen als weniger störend empfunden.

Nicht zu verwechseln ist die Knirscherschiene mit dem Sport-Mundschutz, der Stösse von aussen abfängt, und mit Alignern, die Zähne bewegen sollen. Drei Schienen, drei völlig verschiedene Aufgaben.

Unsere Schienen: Wir fertigen Schienen an, die von diesen klassischen Ausführungen abweichen und zusätzlich für eine Entspannung der Kaumuskulatur sorgen.

Ablauf: von der Untersuchung zur fertigen Schiene

Zuerst die Anamnese und die Untersuchung von Zähnen, Zunge, Mundöffnung, Biss, Artikulation und Kaumuskulatur. Danach folgt die Empfehlung physiotherapeutischer Übungen. Anschliessend ein 3D-Scan von Ober- und Unterkiefer – einen Abdruck brauchen wir dafür nicht.

Im Labor wird die Schiene auf diesen Scan gefertigt. Beim zweiten Termin wird sie eingesetzt und Sitz und Halt überprüft. Zwei Wochen später erfolgt eine Nachkontrolle, weitere zusammen mit den üblichen Kontrolluntersuchungen.

Eine Schiene aus der Drogerie, die in heissem Wasser verformt wird, kann diesen Abgleich nicht leisten. Sie liegt nicht präzise an und kann den Biss sogar verschieben.

Pflege und Haltbarkeit

Morgens nach dem Herausnehmen mit kaltem Wasser, einer Zahnbürste und Seife reinigen – Zahnpasta ist zu abrasiv und macht die Oberfläche matt. Danach trocken aufbewahren, nicht in der geschlossenen Box feucht liegen lassen.

Wie lange eine Schiene hält, hängt davon ab, wie stark geknirscht wird. Bei den Kontrollterminen sehen wir an der Abnutzung, wann ein Ersatz nötig ist – und das ist zugleich die beste Rückmeldung darüber, wie viel Kraft tatsächlich im Spiel ist.

Wenn die Schiene nicht reicht

Die Schiene schützt die Zähne, sie behandelt aber nicht die Ursache. Bestehen zusätzlich Kiefergelenkschmerzen, Knacken beim Öffnen oder eine eingeschränkte Mundöffnung, gehört mehr dazu: Physiotherapie für die Kaumuskulatur, Entspannungsverfahren, in manchen Fällen eine Korrektur des Bisses.

Sind Zähne durch jahrelanges Knirschen deutlich abgetragen, lässt sich die Kaufläche wiederherstellen – mit Kompositaufbauten, Kronen oder in der Front mit Veneers. Danach ist die Schiene Pflicht, sonst wiederholt sich der Abbau an der neuen Versorgung.

Häufige Fragen zu Knirscherschiene

Das Knirschen selbst geschieht unbewusst im Schlaf und lässt sich nicht abschalten. Die Schiene nimmt die Kräfte auf, sodass sie abgerieben wird und nicht der Zahnschmelz. Unsere Schiene verhindert zudem, dass der übliche Druck beim Knirschen überhaupt erst entstehen kann.

Ja, nur dann schützt sie zuverlässig. Nach einigen Nächten gewöhnen sich die meisten daran und bemerken sie kaum noch.

Sie liegt nicht präzise an und lässt sich nicht auf den Biss einstellen. Im schlechtesten Fall trägt sie ungleichmässig und verschiebt den Biss.

Morgens mit kaltem Wasser, einer Zahnbürste und Seife, danach trocken aufbewahren. Zahnpasta ist zu abrasiv und macht die Oberfläche matt.

Häufig ja, weil die Muskulatur entlastet wird. Bestehen Beschwerden im Kiefergelenk, braucht es zusätzlich Physiotherapie oder Entspannungsverfahren.

Die Grundversicherung übernimmt sie in der Schweiz in der Regel nicht. Manche Zusatzversicherungen beteiligen sich – das regelt die jeweilige Police.

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